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Einzelner Bison im Bison Wiki

 

Wie du an unserem Namen BisonGuys leicht erkennen kannst, haben wir uns exklusiv auf den Verkauf von Bisonfleisch spezialisiert. Das besondere an Bisonfleisch ist aber nicht nur der außergewöhnliche Geschmack und die hohe Fleischqualität, sondern auch das Tier, welches dahinter steht. Bisons sind eine Rinderrasse, welche seit mehreren Millionen Jahren auf den Wiesen und in den Wäldern des Nordamerikanischen Kontinents grasen. Diese Herdentiere waren die Lebensgrundlage der Indianer und wurden daher von diesen hoch geschätzt und verehrt. Von den Siedlern fast ausgerottet, erholt sich die Population seit einigen Jahren durch behutsame Pflege langsam wieder.

In diesem Bison Wiki möchten wir dir mehr über diese faszinierenden Tiere erzählen.

Inhaltsverzeichnis 

 

Die Geschichte des amerikanischen Bisons

Ursprünge und Lebensweise der Bisons

Ursprünglich gelangte der Bison vor ca. zwei Millionen Jahren über die damalige Landbrücke vom russischen Sibirien in das amerikanische Alaska. Vor ca. 10.000 Jahren bildeten sich aus dem Bison zwei Unterarten heraus. Der Präriebison, welcher die mit Abstand größte Anzahl der amerikanischen Bisons darstellt, und der Waldbison. Wie bereits die Namen andeuten, bevorzugt der Präriebison weitläufige Steppen und der Waldbison fruchtbare Waldregionen.

Mit einer Schulterhöhe von bis zu 1,85m ist der Bison das größte Landsäugetier Nordamerikas. Ausgewachsene Bullen können dabei ein Gewicht von ca. 900kg, Kühe ein Gewicht von ca. 500kg auf die Waage bringen. Wie auch andere Rinderrassen ist der Bison ein sehr soziales Wesen und besitzt einen ausgeprägten Herdentrieb. Bisonkühe und Kälber bilden Kuhherden mit im Schnitt rund 50 Tieren. Deutlich größere Herden sind ebenfalls nicht unüblich. Bisonbullen hingegen sind entweder Einzelgänger oder leben gemeinsam in sehr kleinen Gemeinschaften. Nur in der Brunftzeit schließen sich die Bullen den Kuhherden an. Nach der Paarung und neun Monaten Gravidität (Trächtigkeit bei Tieren) wirft die schwangere Kuh meist im Frühjahr ihr Kälbchen, welches seine Mutter bis zu einem Alter von sechs Monaten begleitet und von ihr gesäugt wird.

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Bisons verläuft vom kanadischen Alberta bis zu den östlichen Rocky Mountains über das gesamte Gebiet der heutigen USA  und südlich nach Mexiko. Lediglich an der Westküste, im heutigen Kalifornien, waren die Bisons nicht beheimatet.

Bisons sind genügsame Pflanzenfresser und ernähren sich fast ausschließlich von Gräsern und Kräutern. Dabei ziehen sie langsam fressend durch die Prärie. Durch ihren mächtigen Kopf und die ausgeprägte Rückenmuskulatur können die Bisons auch große Schneemengen zur Seite schieben um während den schweren und langen Wintern an das wertvolle Gras zu gelangen. Gepaart mit ihrer starken Widerstandskraft trotzen sie so auch den extremen Klimabedingungen der nördlichen Regionen Amerikas, wie z.B. im kanadischen Alberta.

 

Bisons und die nordamerikanischen Ureinwohner

Für die nordamerikanischen Ureinwohner, die Indianer, waren die Bisons unendlich wertvoll da sie ihre Lebensgrundlage darstellten. Zu Zeiten der Indianer lebten ca. 30 bis 60 Millionen Tiere auf dem nordamerikanischen Kontinent. Diese wurden zwar durch die Indianer bejagt, jedoch ohne die Population zu überjagen. Die Bisons lieferten den Indianern neben Fleisch, welches häufig z.B. zu Jerkys gedörrt wurde um die Haltbarkeit zu erhöhen, Kleidung, Schmuck und auch Werkzeuge des täglichen Lebens.


Bisonrobe

Quelle

Daher war der Angriff auf eine Bisonherde für die Indianer, welche ursprünglich ja keine Pferde besaßen, sehr gefährlich. Aufgrund der Größe waren die Tiere kaum mit Pfeil und Bogen zu erlegen. So können verletzte Tiere leicht aggressiv werden und den Schützen angreifen. Zur Erinnerung: Mit einer Schulterhöhe von bis zu 1,85m konnte ein Bisonbulle durchaus über seinen Angreifer hinweg sehen. Traditionell war daher der „Büffelsprung“ die übliche Jagdweise der Indianer. Dabei werden die Bisons von einem als Bison verkleideten Indianer an einen Abgrund gelockt. Wenn die Bisons nah genug sind, werden sie von den Indianern in den Abgrund gedrängt. 

Buffalo Jump

Quelle

Der Bison war für die Indianer nicht nur der Garant zum Überleben, sondern sie fühlten sich den mächtigen Tieren auch spirituell tief verbunden. Für die Indianer war der Bison eines der heiligsten Tiere. Der Bison war in ihrer kulturellen Vorstellung u.a. an der Schöpfung der Welt beteiligt. In rituellen Gesängen und Tänzen wurde der Bisongeist verehrt und ihm gehuldigt.

 

Die Ankunft der Siedler

Mit den ersten Siedlern kamen im 16. Jahrhundert auch die ersten Pferde über die Konquistadoren von Mittel- und Südamerika nach Nordamerika. Die Indianer begannen die Pferde des weißen Mannes zu züchten und zu nutzen. Dies führte zunächst zu einer deutlich erhöhten Mobilität der Indianer. Mit diesem Vorteil konnten die Indianervölker des östlichen Nordamerikas dadurch andere Stämme Sioux und Komantschen in den damaligen „Wilden Westen“ zurückdrängen, wo sich diese zu teils mächtigen Reitervölkern weiterentwickelten.

Auch wenn die Anzahl der Siedler im 17. und 18. Jahrhundert immer stärker im Osten Nordamerikas anwuchs so blieben die Lebensräume der Indianer bis ca. 1840 weitestgehend unberührt. Den mittleren Westen mit den lebensfeindlichen Wüsten schreckten die Siedler von einer Besiedelung ab. Der Goldrausch im Westen Nordamerikas führte zu einer Wanderung der Siedler Richtung Westen. So erschlossen sich auch für die Indianer neue Einnahmequellen, aber auch Krankheiten und gegenseitiger Missmut breiteten sich bei den Indianern aus. Durch die Unvereinbarkeit ihrer ursprünglichen Lebensweise mit der westlichen Kultur und ihren Gebräuchen brach das Gleichgewicht der Indianer schließlich zusammen. Mitte des 19. Jahrhunderts mit dem Bau der Eisenbahn von Ost nach West begann das Ende der Indianerkultur. Die Indianer waren aus Sicht der Siedler bei der Verbreitung hinderlich und wurden daher entweder vertrieben oder getötet. Beim Verdrängungskampf der Indianer aus den nordamerikanischen Siedlungsgebieten spielte der Bison aufgrund seiner Wichtigkeit für die Indianerstämme eine zentrale Rolle. 

Um den Indianern die Lebensgrundlage zu nehmen wurden Bisons systematisch gejagd. Im deutsch-französischen Krieg 1870 bis 1871 wurden die europäischen Armeen mit Leder der Bisons, z.B. für Schuhe, komplett ausgestattet. Das Fleisch der Tiere wurde aber nicht zur Ernährung der eigenen Bevölkerung verwendet, sondern verrottete auf den Prärien Nordamerikas. Das systematische Töten der Tiere brachte die Bisonjäger hervor. William Frederick Cody, genannt Buffalo Bill, war der wohl berühmteste Bisonjäger und ist bis heute bekannt, obgleich weniger berüchtigt. Da die Herde bei der Tötung einzelner Tiere nicht erschrickt und beginnt zu flüchten , sondern im Normalfall einfach stehen bleibt, war es mit dem Gewehr ein leichtes ganze Herden zu töten. 

Quelle

Mit der Gründung des Yellowstone-Parks 1872 bekamen die Bisons endlich eine Rückzugsmöglichkeit. 1884 soll es in Nordamerika von den damals 30 bis 60 Millionen Tieren nur noch wenige hundert Tiere gegeben haben. Der amerikanische Bison, größtes Säugetier Nordamerikas, war also nahezu vollständig ausgerottet.

Wiederaufzucht und heutiger Stand

Theodor Roosevelt und anderen Naturschützern ist es glücklicherweise zu verdanken, dass die bis dahin verbotene Wilderei von Bisons  schlussendlich durchgesetzt wurde. Seitdem erholt sich der Bestand der Tiere in Nationalparks und großen Gehegen Nordamerikas langsam wieder. 2016 wurde der Bison zum Nationaltier der USA neben dem Weißkopfseeadler erklärt. Heute  grasen wieder ca. 500.000 – 1.000.000 Tiere in den Prärien Nordamerikas. Viele Bisons leben dabei auf großflächigen Farmen und dienen als Fleisch- und Felllieferanten. So wird heute rund um den Erdball das Fleisch der unzähmbaren Tiere wieder hoch geschätzt, denn im Gegensatz zum Rind lassen sich Bisons nicht domestizieren und brauchen ihre natürliche Umgebung und Lebensweise.

 

Lebensweise der Bisons

Unsere Amerikanischen Bisons führen ganzjährig ein unberührtes, ursprüngliches Leben auf den weitläufigen Weiden Albertas. Bisons sind keine Einzelgänger, sondern leben bevorzugt gemeinsam in sozialen Gemeinschaften mit teilweise strengen Hierarchien. 

Das Leben in der Herde

Bisons bilden Herden mit durchschnittlich 50 Tieren, aber auch Herden mit mehrere hundert Tiere sind keine Seltenheit. Einige Herden setzt sich dabei aus Gruppen von sowohl Bison-Kühne als auch Bison-Bullen zusammen. Während die Kühe ihr Leben lang in der Herde verbleiben, verlassen die Bullen, wenn sie mit ca. fünf Jahren ausgewachsen sind, die Herde und streifen alleine oder in sehr kleinen Gruppen durch die Landschaft.  

Bisonherde

Eine Bisonherde in Alberta

 

Während sich die Kuh- und Bullengruppen in der Brunftzeit im Juli und August bunt mischen, herrscht außerhalb der Brunftzeit eine klare Trennung zwischen den Geschlechtern. Die Kuhgruppen werden dabei streng hierarchisch geführt. Bullengruppen haben eher ein loses Verhältnis zu Ordnung. Selbst in der Brunftzeit, wenn sich die beiden Gruppen vermischen, wird die Hierarchie der Kuhgruppe nicht verwässert und die Bullen haben sich in die Gruppe einzuordnen. Ranghohe Tiere zeigen ein starkes Dominanzverhalten. Andere Tiere weichen ihnen aus und sie haben Vorrang z.B. beim Futter oder bei den besten Liegestellen. Rangordnungskämpfe sind bei den Bullengruppen nur in der Brunftzeit sehr häufig. In den Kuhgruppen ist dies nicht der Fall, da hier die Hierarchie ständig gegeben ist.

In der Brunftzeit werden die Kühe von den Bullen befruchtet. Während zwar die Jungbullen bereits im Alter von drei Jahren geschlechtsreif sind, kommen im Regelfall aber immer nur die ranghöheren älteren Bullen zum Zuge. Dabei befruchtet ein Bulle mehrere Kühe. Die Kuh ist neun Monate mit dem Kalb trächtig, bevor es dieses im April bis Mai zur Welt bringt.

Die Beziehung zwischen Kuh und Kalb

Bisons haben eine sehr besondere Verbindung zwischen Kuh und Kalb. Wenige Minuten nach der Geburt des Kalbes auf der Weide fängt die Kuh an das Kalb abzulecken und damit eine Verbindung mit dem Tier aufzubauen. Das Kalb weicht der Kuh bis zur Geburt des nächsten Kalbes ein Jahr später kaum noch von der Seite. Die Verbindung bleibt aber auch über das Jahr hinaus weiter eng, zumeist ein Leben lang, zwischen einander. Wird ein Kalb von einer Mutter mit niedriger Rangordnung geboren, so hat sich das Kalb zunächst auch in die niedrigere Rangordnung einzuordnen. Befindet sich die Mutter in einer hohen Rangordnung, so darf auch das Kalb direkt diese Privilegien genießen.

Der Mensch und der Bison

Im Gegensatz zum Rind, Schwein oder Huhn ist eine Domestizierung des Bisons nicht möglich. Menschen werden grundsätzlich als Feind wahrgenommen und Bisons reagieren sehr schnell aggressiv, wenn Gefahr droht. Mit einem Gewicht eines ausgewachsenen Bullens von bis zu 900kg kann das Tier eine Geschwindigkeit von 50km/h erreichen. Zur Erinnerung: Der schnellste Mann der Welt, Usain Bolt, erreichte bei seinem Weltrekord 2009 eine Geschwindigkeit von 37km/h über eine für einen Bison übersichtliche Strecke von 100 Metern.

 

Bisonbulle oder Bisonkuh? 

Nun wird man von einem Bison gejagt, aber wer möchte einen denn da auf die Hörner nehmen? Die Frage, ob dies ein Bulle oder eine Kuh ist, ist im Eifer des Gefechtes schwierig zu beantworten. Daher wollen wir mal vorsorglich die Unterschiede zusammenfassen.

Die einfachste Möglichkeit heraus zu bekommen, ob es sich um einen Bullen oder um eine Kuh handelt, ist sicherlich einfach mal drunter zu schauen. Wie bei eigentlich jedem Tier kann man das Geschlecht am Zipfel erkennen. Es gibt darüber hinaus aber auch noch andere Merkmale um die Geschlechter auseinander zu halten.

  1. Ein ausgewachsener Bulle ist mit einem Gewicht von bis zu 900kg deutlich schwerer und mit einer Schulterhöhe von bis zu 1,85m größer als die Kuh
  2. Die Hörner beim Bullen sind meistens breiter
  3. Der Bulle hat mehr und breiter verteiltes plüschiges Fell
  4. Der Kopf des Bullen ist breiter

Zudem ist es häufig, dass die Kuh noch ein Anhängsel hat. Ein gutes Beispiel dieser Merkmale zeigt das nachfolgende Bild.

Bisonbulle, Bisonkuh, Bisonkalb

 Von links nach rechts: (Bisonbulle, Bisonkuh, Bisonkalb) Quelle

 

Bison oder Büffel?

Während Angus und Galloway als Rinderrassen bereits seit einiger Zeit sehr bekannt sind und sich auf vielen Steakhouse Speisekarten auch wiederfinden herrscht beim Thema Bison immer noch ein wenig Unklarheit. Ist Bison das gleiche wie Rind? Ist ein Büffel auch ein Bison? Und wenn "nein", wo liegt dann der Unterschied? Hier möchten wir ein wenig Klarheit schaffen. Immerhin sollst du ja auch wissen was genau du da auf dem Grill liegen hast. 

Einerseits beziehen unser Bisonfleisch  von dem familiengeführten Unternehmen Canadian Rangeland Bison & Elk. Parallel dazu schreiben und beschreiben wir in unterschiedlichen Einträgen die Historie und Lebensweise des Amerikanischen Bison. Anderseits hast du vielleicht schon einmal von Buffalo Bill gehört, eine historische Figur und legendärer "Büffeljäger". Auch die ein oder andere Stadt in Nordamerika trägt den Namen "Buffalo", aber auch "Bison". 

Lösen wir die Unklarheit auf. Wie der europäische Wisent gehört der Amerikanische Bison zur Gattung der Bisons und nicht zu der Gattung der Büffel. In die Gattung der Büffel fallen z.B. der Asiatische Wasserbüffel oder der Afrikanische Kaffernbüffel. Büffel und Bisons gehören damit zur Gruppe der Hornträger, in der sich aber auch Ziegen, Hirsche oder Nashörner befinden. Systematisch ist der Bison also ähnlich  zum Büffel verwandt wie zu einer Ziege.

Der Bison wird daher von vielen Nordamerikanern fälschlich als Büffel bezeichnet. Die falsche Bezeichnung hat sich wohl einfach über viele Jahrzehnte in die amerikanische Umgangssprache eingeschlichen. Gerade bei uns in Europa fällt dies noch etwas schwerer ins Gewicht, da sowohl Bison und Büffel nicht gerade zu den bekanntesten Tieren gehören, und nur die wenigstens bisher im Leben einmal Kontakt zu diesen Tieren hatten. 

Amerikanisches Bison

Ein Amerikanisches Bison

 

Kein Amerikanisches Bison, sondern ein Wasserbüffel (Quelle)

Bison ist also nicht gleich Büffel und Buffalo Bill müsste nachträglich korrekter Weise in Bison Bill umgetauft werden. 

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